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XANDRIA sind wieder da! Die erfolgreichste deutsche Gothic Rock Band
mit „female voice" meldet sich nach ihrem 2004er Chart-Album Ravenheart
fulminant zurück.
Zwei Monate Album Charts, erfolgreiches Touring und Festivalauftritte,
u.A. in Süd-Korea, haben die Band eindeutig in die 1. Liga der hiesigen
Musik Szene katapultiert. Mit ihrer Mischung aus Goth Rock, Metal und
bestechenden Melodien erfreuen XANDRIA die Fans nun bereits mit ihrem
dritten Album. India ist das gute Stück betitelt, abermals unter der
Regie von Top Produzent Jose Alvarez-Brill (u.A. Wolsheim) entstanden,
und auch wenn XANDRIA Liebhaber bekommen was sie erwarten, ist doch
einiges „anders" geworden. Das Songwriting auf India ist eine ganze
Ecke „moderner" geworden, die auf Ravenheart eher dezent betonten
Gitarren haben deutlich an Gewicht gewonnen. India schiebt und knallt,
epischer Bombast trifft auf Metal Gitarren und den unwiderstehlichen
Charme von Sängerin Lisa.
Zwar lässt der Titel India vermuten, dass es sich um ein Konzeptalbum
mit orientalischem Thema handelt, doch dem ist nicht ganz so. Vielmehr
steht India als Synonym für Sinnsuche und das große Lebensziel und
zieht sich so thematisch durch das Album. „Auf der Suche nach Indien
erreichte Columbus seinerzeit etwas ganz anderes, als er erwartete" so
Bandgründer Marco. „So ist es im Leben oft. Auf dem Weg durchs Leben
hat man viele Ziele und auf der Strecke dorthin begegnen einem Dinge,
die vielleicht viel wichtiger und großartiger sind als das
ursprüngliche Ziel."
Neben etlichen Brechern wie dem an Nightwish erinnernden Titeltrack
India oder dem durch moderne Grooves fast schon beängstigend drückenden
Widescreen , beweisen XANDRIA mit der Single In Love with the Darkness
aber auch, dass sie sich nach wie vor ihr Gefühl für die große Melodie
bewahrt haben. In Love with the Darkness ist eine Hymne an die stetig
wachsende Gothic Gemeinde, die durch eingängige Hooklines und einer
ordentlichen Portion Hit Appeal begeistert.
Die fünf Bielefelder rocken auf India was das Zeug hält, leben ihren
bombastischen Sound aus, und haben sich zu diesen Zwecken diesmal auch
echter Streicher bedient, statt auf Konserve zusetzen. So ist in
etlichen Streicherpassagen das renommierte Deutsche Filmorchester
Babelsberg zu hören, das auch schon die Musik für den Blockbuster
Schindlers Liste beisteuerte und für Top Acts wie Rammstein und
Rosenstolz in die Saiten griff.
Aber nicht nur der orchestrale Bombast, der XANDRIA so auszeichnet,
kommt zur vollen Entfaltung. Auch die Liebe zum Irish Folk ist in Songs
wie Like a Rose on the Grave of Love oder The End of every Story wieder
deutlich zu hören. Diese eindringliche Authentizität mag auch daran
liegen, dass man sich hier eigens mit einer bekannten Irish Folk Band
Unterstützung aus diesem Umfeld ins Boot geholt hat. Weiterhin lassen
es die fünf absolut nicht dabei bewenden, durchgängig einseitig auf der
Bombastschiene zu fahren wie so viele zur Zeit, sondern haben eine
wahre Schatzkiste der musikalischen Fantasien gezaubert: Bombast ja,
aber nur wo es die Dramaturgie erfordert. Es gibt stattdessen viel
Abwechslung, die fast schon ein Markenzeichen der Band geworden ist,
zum Beispiel durch ruhige, atmosphärische Parts, progressive
Seventiesanklänge und Songwriting, das aus mehreren Jahrzehnten
Rockgeschichte heraus inspiriert ist.
Mit India ist zweifelsohne ein großartiges Album gelungen. XANDRIA
setzen ihren Weg beständig fort und man darf gespannt sein, wo dieser
hinführt.
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